Medienschau: Zwischen Vielfalt und Qualität
Im taz-Artikel zur Bereitstellung extrem rechter Literatur in Bibliotheken werden auch wir befragt.
»Zwischen Vielfalt und Qualität« – Kulturkampf von rechts
Sollen Bibliotheken auch rechtsextreme Bücher zur Verfügung stellen? Die Zentrale Landesbibliothek von Berlin findet: Ja.
Berlin taz | Die Regale im Lesesaal der Amerika-Gedenk-Bibliothek (AGB) in Berlin-Kreuzberg sind prall gefüllt. Manche Bücher tragen Namen wie »Revolte gegen den Großen Austausch«, »Völkerpsychologie: Was uns unterscheidet« oder »Alles Einzelfälle: Massenmigration und Sexualdelikte«.
Diese Bücher sind im Antaios-Verlag erschienen, der von dem rechtsextremen Verleger Götz Kubitschek betrieben wird. Schon seit Jahren versuchen Vertreter der Neuen Rechten, über das Betreiben von Buchclubs, Buchmessen, Zeitschriften und Verlagen Einfluss auf Lesende zu nehmen. In Bibliotheken wird die Aufnahme derartiger Bücher in den Bestand kontrovers diskutiert.
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Die Gewährleistung der Meinungsvielfalt sei für der ZLB sehr wichtig, so Heller. »Wenn man anfängt, zensierend einzugreifen, öffnet man die Büchse der Pandora und kriegt sie nie wieder zu.« Wohin das führen könnte, sehe man derzeit in den USA. Zudem sei es nötig, rechte Medien bereitzustellen, »damit sich Nutzer*innen ein eigenes Bild auch über Meinungen machen können, die sie selbst nicht teilen.«
Bewusster Umgang wichtig
Dieses Anliegen hat auch das Antifaschistische Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin (apabiz). Das apabiz ist das umfangreichste öffentlich zugängliche Facharchiv zur extremen Rechten nach 1945. »Wir achten auf den Hintergrund der Recherche, nicht jeder kann bei uns rechtsextreme Zeitschriften lesen«, sagt eine Mitarbeiterin der taz. Man arbeite für Menschen, die sich mit der extremen Rechten beschäftigen und sich gegen diese engagieren.
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Mehr: taz vom 02.04.2025
Ein Nachtrag zum Thema in taz vom 05.04.2025