Dokumente aus den Arolsen Archives (Individuelle Unterlagen eines KZ-Häftlings).  Foto: Arolsen Archives

Digitalisierungsprojekt für Namen von NS-Verfolgten

Bad Arolsen • »Jeder Name zählt« ist der Titel eines großangelegten Projektes der Arolsen Archives (ehemals Internationaler Suchdienst). Bis 2025 sollen dort alle in der Sammlung dokumentierten Namen NS-Verfolgter erfasst und online recherchierbar sein. Die Arolsen Archives sind das weltweit größte Archiv zu Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus. Die Sammlung umfasst Hinweise auf rund 17,5 Millionen Menschen und gehört zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. Für das Projekt werden Deportations- und KZ-Listen erschlossen. Aufgrund der Unterschiedlichkeit der Dokumente sind diese nicht ohne Weiteres von einer Texterkennungssoftware lesbar. So entschied man sich für einen ungewöhnlichen Schritt und setzt auf die Beteiligung von Freiwilligen weltweit. Auf der Internetseite des Projekts können Helfer*innen einzelne Namen aus dort bereitgestellten Schriftstücken abtippen und an das Archiv übermitteln. Erst wenn ein Name mehrfach identisch von unterschiedlichen Nutzer*innen eingegeben wurde, wird er in die Datenbank übernommen. Neben der Erschließung geht es dem Projekt um das aktive Gedenken. In Zusammenarbeit mit Schulen soll das Thema an jüngere Generationen vermittelt werden. Bislang haben sich mehr als 7000 Freiwillige an dem Projekt beteiligt. Informationen unter: arolsen-archives.org.