Foto: Barbara Dietl/dietlb.de

Frauen im NS: SOPHIE ROGGE-BÖRNER und »DIE DEUTSCHE KÄMPFERIN« 1933-37

Sondersammlung zu völkischen Feministinnen

Gelegentlich erhält das apabiz thematische Sammlungen von JournalistInnen oder ForscherInnen, mit dem Zweck, diese allgemein zugänglich zu machen. Eine Sammlung rundum das Thema »Frauen im Nationalsozialismus« wurde im März für die Arbeit im apabiz erschlossen und systematisiert.

Es handelt sich um eine Vielzahl von Primär- und Sekundärliteratur, die von der Politologin Anne Jung Mitte der 1990er-Jahre zusammengetragen wurden. Neben Grundlagentexten zur völkischen Ideologie oder Materialien zu Gertrud Bäumer (1873-1954), ehemalige Vorsitzende des »Bundes Deutscher Frauenvereine« und wichtige Figur der bürgerlichen Frauenbewegung findet sich darin die komplette Ausgabe der Zeitschrift »DIE DEUTSCHE KÄMPFERIN«. Diese im April 1933 gegründete Zeitschrift wurde herausgegeben von SOPHIE ROGGE-BÖRNER (1878-1955) und erschien bis zu ihrem Verbot durch die Gestapo 1937 in monatlichem Turnus mit einer Durchschnittsauflage von 2600 Exemplaren.

Die Herausgeberin zählte zu einer Gruppe völkischer Feministinnen, die in der bisherigen Frauenforschung weitgehend ausgeblendet wurden und im Gegensatz zu den deutschen Faschistinnen und Faschisten für die Gleichberechtigung der arischen Frau in allen gesellschaftlichen Bereichen eintraten.

Anne Jung nimmt sich dieses Themas an und beschäftigt sich damit eingehend in ihrer Examensarbeit mit dem Titel »Probleme und Kontroversen des ‚neuen‘ Staates und seines Selbstverständnisses im Spiegel der Zeitschrift‚Die Deutsche Kämpferin. Stimmen zur Gestaltung der wahrhaftigen Volksgemeinschaft’«. Diese Arbeit ist sozusagen das »Herzstück« der vorliegenden Sammlung. Anne Jung bricht dar-in mit klassischen Täterin-Opfer-Zuweisungenund zeigt auf, dass neben denjenigen Täterinnen, die sich konform mit der NS-Frauenpolitik zeigten, ebensolche existierten, die feministische Theorieelemente in Verbindung setzten mit einer völkisch-faschistischen Ideologie.

Einer viel verbreiteten »Homogenisierung der Täterin-Opfer Perspektive« setzt sie eine (wünschenswert) dezidierte Auseinandersetzung mit verschiedenen Handlungsmotiven der Täterinnen entgegen. Die Materialien stehen ab sofort zur Verfügung.