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Pressemitteilung |
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28.01.2004 Rechte Angriffe dokumentiertChronologie rechtsextremer, rassistischer, antisemitischer und schwulenfeindlicher Vorfälle in Berlin 2003 Drei Berliner Projekte gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus legen heute der Öffentlichkeit eine gemeinsame Chronologie vor.
Als beispielhaft kann der Fall einer jungen Studentin türkischer Herkunft gelten, die im Oktober 2003 von eine Mitbewohnerin in einem StudentInnen-Wohnheim in Berlin-Schöneberg brutal geschlagen wurde. Schon vor dieser Tat hatte die Angreiferin die Geschädigte mehrfach rassistisch beschimpft, schikaniert und bedroht. Mehrere MitbewohnerInnen bekamen den Angriff mit, niemand griff ein. Das Opfer konnte sein Zimmer erreichen und die Polizei verständigen. Einige Meldungen haben wir nicht in die Chronik aufgenommen, da deren Hintergrund trotz Recherchen unklar blieb. So z.B.die Tötung von Attila Murat Aydin („Maxim“) am 13. Juni 2003 durch einen 75-Jährigen in Köpenick. Zudem lehnen einige Opfer die Veröffentlichung des Angriffs auf sie ab. Wir wissen, dass ein großer Teil rasstisch, rechtsextrem und antisemitisch motivierter Taten nicht als solche wahrgenommen wird. Zudem müssen wir davon ausgehen, dass die Mehrzahl der Angriffe, Bedrohungen und „Pöbeleien“ nicht bekannt werden, weil sie weder bei der Polizei angezeigt, noch bei uns gemeldet werden. Diese Aufstellung ist daher mit Sicherheit nicht vollständig. In der Übersicht wird jedoch deutlich, welche Bandbreite Gewalttaten, Pöbeleien und Drohungen, Schmierereien und Schändungen im großstädtischen Raum annehmen können. Wir haben uns daher entschlossen, neben den eindeutigen Gewalttaten auch exemplarisch solche Fälle aufzunehmen, die „alltäglichere“ Formen der Bedrohung ausdrücken und unterhalb der Schwelle zur Gewalthandlung bleiben. Aus der Arbeit der Opferberatung ReachOut wird ersichtlich, dass viele Opfer solche Attacken für kaum noch erwähnenswert halten. Sie tauchen daher auch nicht in polizeilichen oder publizistischen Dokumentationen auf. Gemeinsame Pressemitteilung von Chronologie Vorfälle Berlin 2003 (pdf, 40 kB) "Viele Opfer und Zeugen schweigen" "Gewalt
ist alltägliches Geschäft" "Der übertragene Nahost-Konflikt" Insgesamt 22 antisemitische Straftaten hat das Antifaschistische Pressearchiv
in Berlin (Apabiz) im vergangenen Jahr gezählt. Die Vorfälle
reichen von Schändungen jüdischer Friedhöfe und KZ-Gedenkstätten
bis hin zu verbalen und gewalttätigen Attacken gegen Juden. Die meisten
der dokumentierten Straftaten wurden von Rechtsextremen verübt -
so weit deutsche Normalität wie bekannt. |
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