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Bildung en detail

 

Ein kleiner Rückblick 2004-2009

Jeden dritten Tag unterwegs

Die Bildungsarbeit ist und bleibt einer der Schwerpunkte des apabiz. Den Beginn des neuen Jahrzehnts haben wir zum Anlass genommen, einmal zu schauen, wie oft die Expertise von ReferentInnen des apabiz in den letzten fünf Jahren gefragt war.
Die Bilanz ist aus unserer Sicht durchaus erfreulich: Bei insgesamt 580 Veranstaltungen – im Schnitt also an ungefähr jedem dritten Tag – referierten oder diskutierten MitarbeiterInnen des apabiz. Insgesamt nahmen nach unseren Zählungen über 22.100 Personen an diesen Veranstaltungen teil. Diese fanden zu 47 Prozent in Ostdeutschland und zu 50 Prozent in Westdeutschland statt – der Rest entfiel auf das deutschsprachige Ausland inklusive einer Einladung aus dem kleinen Fürstentum Liechtenstein. Etwa ein Drittel aller Veranstaltungen fand im Raum Berlin-Brandenburg statt, in Hessen waren es stolze 17 Prozent, bisher wenig bereist wurden Hamburg und das Saarland mit nur knapp über einem Prozent.
Unser inhaltliches Angebot ist sehr vielfältig und wird stetig aktualisiert, wobei von den mehreren Dutzend verschiedenen Themen einige besonders gefragt sind. »Das Versteckspiel« und »Der Nazis neue Kleider« mit zusammen über 42 Prozent sind dabei nach wie vor die Dauerbrenner. Der Themenbereich extrem rechter Musik kommt auf etwa 13 Prozent. Immer häufiger sind regionale Analysen wie z.B. »Rechtsextremismus in Hessen« und »Die extreme Rechte im Land Brandenburg« gefragt.
Über 40 Prozent der Veranstaltungen wurden von zivilgesellschaftlichen AkteurInnen durchgeführt, mehr als 18 Prozent fanden in Schulen statt. Des Weiteren werden unsere ReferentInnen sehr häufig von politisch engagierten Jugendgruppen, Gewerkschaften und Parteien gebucht.
Die Anzahl der Veranstaltungen im Jahr 2009 blieb mit insgesamt 102 zwar deutlich hinter dem bisherigen Rekordjahr 2008 mit damals 128 Veranstaltungen zurück. Allerdings bewegen wir uns nach wie vor auf einem stetig hohen Niveau, was sich gemessen an den bisherigen Anfragen auch im Jahr 2010 fortsetzen dürfte.

Quelle: monitor Nr. 44

 

 

Neues Angebot für die MultiplikatorInnen

Extrem rechte Jugendarbeit in Berlin

Das Angebot, mit dem sich extrem rechte und neonazistische Gruppen an Jugendliche in Berlin richten, ist differenziert. Während die HEIMATTREUE DEUTSCHE JUGEND (HDJ) bis zu ihrem Verbot Kinder und Jugendliche ideologisch indoktrinierte und »körperlich ertüchtigte«, ködert die NPD/JN u. a. mit den »Schulhof-CDs« und will mittels neonazistischer Schulungen Parteisoldaten heranbilden.
Die FREIEN KAMERADSCHAFTEN bzw. AUTONOMEN NATIONALISTEN hingegen bieten das Komplettpaket einer neonazistischen Lebenswelt aus Musik, Mode, Action und Gewalt. Ihr oftmals revolutionärer, modebewusster und popkultureller Habitus bietet Jugendlichen diverser Subkulturen Anknüpfungspunkte.
Das apabiz hat nun ein Veranstaltungskonzept erarbeitet, das sich speziell an MultiplikatorInnen im Bereich der Jugendarbeit in Berlin richtet. Diesen soll die Möglichkeit gegeben werden, sich im Rahmen eines ganztägigen Weiterbildungsseminars über die verschiedenen extrem rechten Strukturen und deren unterschiedliche Angebote an Jugendliche zu informieren.
Je nach Interessens- bzw. Problemlage wird es zudem vertiefende Module zu neonazistischem Lifestyle, Rechtsrock oder extrem rechten Organisationsformen geben. Desweiteren soll den Teilnehmenden Raum für Erfahrungsaustausch und Diskussion von Handlungsoptionen geboten werden. Geplant ist es, das Seminar 5-6mal im kommenden Jahr anzubieten. Im Vorfeld soll eine verbindliche Anmeldung sowie eine Interessensauskunft der Teilnehmenden erfolgen, um diese gegebenenfalls berücksichtigen und das Seminar danach ausrichten zu können.

Quelle: monitor Nr. 43

 

 

Neuer Vortrag im Programm

Die Modemarke THOR STEINAR

Im Jahr 2002 wurde die Modemarke THOR STEINAR der Firma MEDIATEX GMBH markenrechtlich registriert. Bei Rechtsextremen erfreut sie sich seitdem großer Beliebtheit. Denn mit teils recht offenkundigen Anspielungen auf nordische Mythologie, Militarismus/Nationalsozialismus, deutsche Kolonialzeit sowie Gewalt/Militanz wird gerade dieses Klientel gezielt bedient, auch wenn der Geschäftsführer UWE MEUSEL stets bemüht ist, THOR STEINAR als normale Modemarke zu etablieren.
Im Laufe der Jahre wurde ein florierendes Wirtschaftsunternehmen geschaffen, mit einem jährlichen Umsatz von mehreren Millionen Euro. Das umfangreiche Sortiment kann über den Online-Shop und rechte Versände erworben werden, in einigen Städten wurden zudem Ladengeschäfte eröffnet. Mit einem Investor aus Dubai soll nun der internationale Markt erschlossen und das Angebot ausgebaut werden.
Das apabiz hat in Kooperation mit dem Antifaschistischen Infoblatt und den AutorInnen der Broschüre »Investigate Thor Steinar« und anderen einen Vortrag erarbeitet, der deutlich macht, dass es sich bei THOR STEINAR um keine normale Modemarke handelt. Nach allgemeinen Vorbemerkungen zu rechten Marken werden Hintergründe der geschäftsführenden Personen und deren Verbindungen zur rechten Szene geliefert.
Im Anschluß werden der Name, das alte und das neue Firmenlogo sowie Kollektionsbeispiele einer detaillierten Deutungsanalyse unterzogen. Abschließend werden bereits erfolgte Proteste und Gegenmaßnahmen vorgestellt, um Möglichkeiten zu diskutieren, aktiv etwas gegen Thor Steinar zu unternehmen.
Der Vortrag ist ab sofort beim apabiz zu buchen. Wir bitten euch, uns einen Vorlauf von einigen Wochen einzuräumen.
Quelle: monitor Nr. 40

 

 

Einschätzungen einer neuen Form des Neonazismus

»Autonome Nationalisten«

Spätestens seit dem neonazistischen Aufmarsch am 1. Mai 2008 in Hamburg waren die so genannten AUTONOMEN NATIONALISTEN (AN) bundesweit in aller Munde. Etwa 400 Neonazis beteiligten sich am »Schwarzen Block« der Neonazis innerhalb des Aufmarsches, von dem gewalttätige Angriffe auf JournalistInnen, Polizeibeamte und GegendemonstrantInnen ausgingen. Das Phänomen sei ihm bisher nur aus den neuen Bundesländern bekannt gewesen, äußerte sich Hamburgs Polizeipräsident damals.
Organisatorische Schwerpunkte der AN, deren Style kaum von dem linker und alternativer Jugendlicher und junger Erwachsener unterscheidbar ist, liegen in den städtischen Ballungszentren in Nordrhein-Westfalen und Berlin. Aktuell existieren fast überall neonazistische Gruppen und Zusammenschlüsse, die sich als »Autonome Nationalisten« verstehen.
Was bewegt die AnhängerInnen dieser extrem rechten Strömung? Wie und warum sind sie entstanden? Was unterscheidet sie von anderen extrem rechten Ausformungen? Wie sind sie organisiert und vernetzt?
Zu diesen Fragestellungen hat das apabiz nun eine neues Veranstaltungsangebot in das Bildungsangebot aufgenommen. Multimedial aufbereitet nimmt der Vortrag Entstehungsgeschichte, Style, Symbolik, Auftreten, Ideologie, Themenschwerpunkte, Strategie, Mobilisierungsfähigkeit und Strukturen der »Autonomen Nationalisten« unter die Lupe.
Quelle: monitor Nr. 38

 

 

Vorträge über rechtliche Rahmenbedingungen

Juristische Handlungsräume kennen

Wer sich in politische Auseinandersetzungen begibt, erfährt oftmals eine »Verlagerung« von Konflikten auf die juristische Ebene. Gerade im Bereich von Versammlungen und Veranstaltungen erleben wir zahlreiche Eingriffsversuche von Versammlungsbehörden und Polizei. Um entsprechenden Versuchen vorzugreifen ist ein Grundverständnis der einschlägigen Rechtslage unerlässlich.
Zwei neue Veranstaltungsangebote sollen dazu dienen, mehr Rechtssicherheit zu vermitteln. Dabei steht auch die Durchsetzung eigener Rechte gegen »ungebetene Gäste« auf Versammlungen oder im Rahmen von Gegenprotesten im Mittelpunkt.
Eine wichtige Auseinandersetzung um öffentliche Räume spielt sich jenseits des herkömmlichen Demonstrationsgeschehens ab. Vom Parteitag in der Stadthalle bis zum »nationalen« Fußballturnier auf dem örtlichen Sportplatz sehen sich die Kommunen und Bezirke vermehrten Nutzungsbestrebungen öffentlicher Räume und Einrichtungen durch rechtsextremistische Gruppierungen ausgesetzt.
Eine zweite Veranstaltung rund um Nutzungsordnungen und Vertragsgestaltung beleuchtet anhand aktueller Rechtsprechung die verschiedenen Möglichkeiten, auf rechtsextreme Anmietversuche zu reagieren und richtet sich nicht nur an kommunale EntscheidungsträgerInnen sondern auch an die unmittelbaren NutzerInnen entsprechender Einrichtungen.
Der Referent arbeitet als Rechtsanwalt in Berlin.
Quelle: monitor Nr. 37

 

 

Jahresauswertung 2007 der Bildungsarbeit des apabiz

115 mal bundesweit unterwegs

Auch im Jahr 2007 waren die ReferentInnen des apabiz mit Vorträgen und Workshops kreuz und quer in der ganzen Republik unterwegs. Insgesamt 115 Veranstaltungen (2006: 128) waren es, ergab unsere Jahresauswertung. 37 Prozent davon fanden in Ostdeutschland statt, 57 Prozent im Westen, der Rest im deutschsprachigen Ausland. Allein 29 Veranstaltungen wurden im Bundesland Hessen gehalten.

Inhaltlich waren unsere Dauerbrenner »Das Versteckspiel« (19 Vorträge) und »Der Nazis neue Kleider« (13 Vorträge) wieder vorne mit dabei – aber auch Regionalveranstaltungen (»Rechtsextremismus im Bundesland...«) und unser Bildungsangebot zu rechtem »Antikapitalismus« waren sehr gefragt.
Zusammengezählt waren rund 4.500 Menschen zu Gast bei unseren Veranstaltungen. Zu unseren KooperationspartnerInnen gehörten zum Beispiel zivilgesellschaftliche Gruppen (bei 33 Veranstaltungen), Jugendzentren (23), Schulen (15), Antifagruppen (13) und Universitäten. Während der Frauenanteil insgesamt bei 47 Prozent lag, waren Frauen bei Veranstaltungen von Jugendzentren und Antifas mit jeweils nur 40 Prozent unterrepräsentiert.
Quelle: monitor Nr. 34

Vortrag zu Brandenburg schon 20 Mal gehalten

Rechtsextremismus im Land Brandenburg

Brandenburg gehört zu den Bundesländern mit den meisten rechtsextrem motivierten Gewalttaten in Deutschland. Trotz des medienwirksam aufbereiteten Vorgehens von Polizei und Justiz gegen die Szene floriert der rechte Lifestyle.
Die NPD baut ihre Strukturen kontinuierlich aus, militante Neonazi-Kameradschaften treiben in zahlreichen Ortschaften ihr Unwesen und unter vielen Jugendlichen ist Rechtsrock akzeptierter Bestandteil der CD-Sammlungen. Die DVU schließlich trägt dumpfe Stammtischparolen bis in den Landtag, wo sie vertreten ist.
Der Vortrag »Rechtsextremismus in Brandenburg« aus dem Bildungsprogramm des apabiz bietet Reflexionen darüber, wo Rechtsextremismus anfängt, wie er sich in Brandenburg äußert sowie Fakten über den Grad rechtsextremer Organisation und der Verbreitung rechter Ideen in der Bevölkerung. Ein Schwerpunkt ist die Vorstellung rechter Strategien anhand jeweils aktueller Beispiele. Innerhalb von rund zweieinhalb Jahren wurde der Vortrag schon etwa 20 mal im gesamten Land Brandenburg gehalten und stetig erweitert. Die ReferentInnen sind Mitarbeiter Innen des apabiz.

Quelle: monitor Nr. 33

 

Unser Vortrag "Der Nazis neue Kleider"

Wo sind all die Skinheads hin?

Bereits zu den Klassikern unseres Bildungsangebotes zählt die Veranstaltung "Der Nazis neue Kleider". Alleine im vergangenen Jahr wurde der Vortrag über 25 mal in ganz Deutschland gehalten und auch für dieses Jahr stehen bereits einige Termine fest.

Inhaltlich dreht sich der Vortrag vor allem um die Frage, warum nicht mehr alle Neonazis als Skinheads rumlaufen, sondern in verschiedenen Jugendkulturen verankert sind, die lange keine Schnittmengen mit der Neonaziszene hatten. Zur Beantwortung dieser Frage werden verschiedene Themengebiete analysiert und erörtert. So spielt die Wandlung der Neonazis von der Szene zur Jugendbewegung eine wichtige Rolle und vor allem die damit verbundene Öffnung für verschiedene Jugendkulturen wird anhand einiger Beispiele plastisch dargelegt.

Darüber hinaus werden die Nutzung und Besetzung linker Symbole durch Neonazis und das veränderte Erscheinungsbild von rechten Frauen thematisiert. Als Fazit regt der Vortrag eine Blickschärfung gerade im Bereich der Jugendkulturen an und bietet Lösungsansätze für effektive Gegenstrategien an.

Quelle: monitor Nr. 19

 

Burschenschaften und Studentenverbindungen

Neue Handreichung erschienen

Neben Neonazis und militanten Rechtsextremisten beschäftigt sich das apabiz mit der Braunzone und anderen Rechten, wie bspw. auch Burschenschaften und Studentenverbindungen. Zu diesem Thema bieten wir einerseits unsere Veranstaltungen "Burschenschaften – ein Hort des autoritären Charakters" an, die sich in unserem ReferentInnenkatalog findet (www.apabiz.de) und als Abendveranstaltung oder Kurzseminar abgehalten werden kann.

Zum anderen haben wir nun auch eine Handreichung zum Thema veröffentlicht, die auf sechs Seiten über das Thema informiert. In kompakter Form werden Formen rechter studentischer Organisierung beschrieben und deren ideologische Hintergründe sowie historische Bezüge näher beleuchtet. Ein Glossar und eine kommentierte Literaturliste runden die Publikation ab. Gerade für Neueinsteiger bietet die Handreichung damit einen gute Einstieg und vermittelt durch die zahlreichen Fotos ein plastisches Bild vom Thema.

Die Handreichung kann bei uns bestellt oder abgeholt oder von unserer Web-Seite im pdf-Format heruntergeladen werden. Weitere Handreichungen sind u.a. zu den Themen Schreiben, Recherche und Finanzen erschienen.

Quelle: monitor Nr. 18

 

Die Veranstaltung "Bunt & Braun" des apabiz

Neonazis jetzt Friedensengel?

Entstanden ist unsere Veranstaltung "Bunt & braun" aufgrund der zahlreichen Anfragen zu Beginn des Jahres 2003. Damals gab es im Schatten des drohenden Irak-Krieges eine breite Antikriegsbewegung, in der auch Neonazis aktiv wurden. AntifaschistInnen waren oft machtlos, da viele der Veranstalter der Demonstrationen "einfach jeden im Boot haben" wollten. Der Vortrag sensibilisiert die Teilnehmenden für die Themen Antikriegs- und Antiglobalisierungs-Agitation von rechts. Unsere Arbeitsthese hierbei ist, dass sich nicht die Inhalte der extremen Rechten verändert haben, sondern deren Auftreten.

Kern von "Bunt & braun" ist die Sichtbarmachung von Schnittstellen zwischen linken und rechten Inhalten, wie beispielsweise bei der Kritik an der Globalisierung. Während eine linke Kritik mit einem internationalistischen Blickwinkel die weltweiten Ausbeutungsmechanismen des kapitalistischen Wirtschaftssystems - einschließlich der Auswirkungen für alle Individuen - im Blick hat, hebt die Kritik von rechts auf die Benachteiligung der deutschen Bevölkerung ab; wenn sie völkisch motiviert ist, wird auch die rassistische Karte gespielt. Anhand des Beispiels von attac Frankfurt a. M. zeigen wir auf, dass eine fehlende internationalistische Argumentation, ein plattes Freund-Feind-Schema und eine populistische Symbolik mehr als anziehend auf Rechte wirken.

Nach nun gut eineinhalb Jahren, in denen wir den Vortrag immer wieder veranstaltet haben, können wir eine gute Bilanz ziehen. So haben wir es geschafft, mit großen Verbänden wie z.B. attac in die Diskussion zu treten und dadurch explizit antifaschistische Positionen innerhalb dieser Organisationen zu stärken.

Quelle: monitor Nr. 17

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