|
Unter den Neonazis herrscht “Bewegung”: Neonazistische “Hatecore”-Anhänger
mit Piercings und Spitzbärten, Rechtsrock-“Girlies” mit
bunten Haarsträhnen, Kameradschaftsaktivisten und -aktivistinnen
im “Autonomen-Look”, die unter der schwarzen Fahne marschieren.
Die bisher typische Symbolik von Stahlhelm und Frakturschrift weicht poppigen
Bildern, Tribals oder Flammenzeichen. In anderen Teilen der Szene unübersehbar
ist der Trend zu einem “normalen” Outfit, in dem die Codes
und Symbole allenfalls dezent getragen werden. Der glattrasierte, mit
Aufnähern überpflasterte Skin ist endgültig zum Klischeebild
verkommen. Dies alles sind sichtbare Zeichen von sozialen Differenzierungsprozessen
in der neonazistischen Jugendkultur. Doch von einer Auflösung kann
keine Rede sein, vielmehr von einer dynamischen Entwicklung, in der die
unterschiedlichen Stile unter der ideologischen Klammer von Rassismus,
Antisemitismus und Nationalismus koexistieren.
Die Einschätzung darüber, was sich heute in der Neonaziszene
abspielt und wohin das führt bzw. führen kann, ist jedoch Grundlage
für zukünftige antifaschistische Strategien.
Auf der Veranstaltung wollen wir die stilistischen Entwicklungen anhand
von Folien verdeutlichen und analysieren. Wahrheiten werden dabei nicht
geboten. Vielmehr wird der Referent verschiedene Thesen als Impulse für
die gemeinsame Diskussion vorstellen.
|