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Profil: Staatsbriefe

 

Staatsbriefe

Stand des Artikels: 1996

Gründung: 1990

Sitz: 80456 München[1]

Erscheinungsweise: monatlich

Auflage: 1.000 Abonnenten

Herausgeber: -> Hans-Dietrich Sander

Redaktion: Hans-Dietrich Sander

Vertrieb: Eigenvertrieb

Autoren: waren oder sind u.a. -> Wolfgang Strauss, -> Reinhold Oberlercher, -> Armin Mohler, Heinrich Jordis von Lohausen, -> Michael Kühnen, Werner Bräuninger, Maria Schmidt, Andreas Röhler, Karl Salm, Hans Wahls, Germar Rudolf (-> Germar Scheerer), Andreas Mölzer, Josef Schüßlburner, Günter Maschke, -> Christian Worch, -> Robert Hepp, -> Hans-Michael Fiedler, Wilhelm Cronenberg, Jürgen Schwab, Karl-Heinz Kausch, Alois Mitterer, Hans-Georg Amsel, Carsten Kießwetter, Friedrich S. Felde, -> Ernst-Otto Cohrs, Jochen Lober, Winfried Knorzer.

Charakteristik: Mit der Gründung der Staatsbriefe 1990 schuf sich Hans-Dietrich Sander ein eigenes Forum für seine politischen Vorstellungen. Das zentrale Motiv dabei bildet die Idee eines neu zu errichtenden, am Staufer-Mythos orientierten Deutschen Reiches. Gleichzeitig versucht die Zeitschrift, nationalkonservativen bis rechtsextremen Positionen eine Diskussionsplattform nach Muster der Zeitschrift Die Tat aus der Weimarer Republik zu bieten. Der erste Jahrgang enthalt eine relativ breite Palette bekannter Autoren, die jedoch sehr rasch kleiner wird. Im selben Maße radikalisiert sich die Zeitschrift. Reinhold Oberlercher stellt seinen »Reichsverfassungsentwurf« vor und entwirft ein »Hundert-Tage Programm der nationalen Notstandsregierung«. Übrig blieben altbekannte, rechtsextreme Positionen. So werden die nationalsozialistischen Verbrechen verharmlost und teilweise in Frage gestellt, das »Dritte Reich« sei ja »vom nationalen Standpunkt noch nicht historischkritisch gesichtet«'. Positionen, die den Holocaust leugnen, wurden zunehmend schärfer formuliert. Hinzu gesellte sich die Auflehnung gegen eine vermutete Fremdbestimmung und einsetzende Zerstörung Deutschlands durch liberales Denken im In- und Ausland. »Maastricht und Mölln umschreiben die beiden Hauptfronten, an denen ein dritter, nichtmilitärischer Weltkrieg gegen Deutschland gefuhrt wird«[2]. Aufgrund zweier Artikel von Germar Rudolf und Hans-Dietrich Sander in der Juni-Ausgabe 1995 wurde beim Herausgeber am 10. Januar 1996 eine Hausdurchsuchung wegen Verdacht auf Verharmlosung des Holocaust und Aufstachelung zum Rassenhaß durchgeführt.

Bedeutung: Gemessen an dem Anspruch, Theorie- und Diskussionsorgan für die gesamte Rechte zu sein, waren die Staatsbriefe bislang kaum erfolgreich. Die anfänglichen Kontakte ins konservative Spektrum konnten nicht gehalten werden, die Zusammenarbeit mit dem traditionellen Rechtsextremismus ist spärlich geblieben. Dort findet Sander lediglich in der von den Verboten betroffenen neofaschistischen Jugendszene mit seinen Organisierungskonzepten Gehör. Eine enge Kooperation mit der Zeitschrift Sleipnir dürfte das Blatt noch weiter in das eindeutig neofaschistische Fahrwasser ziehen. (BS/B)

Autoren: Bernhard Saumweber, Michael Bauerschmidt, Susanne Brandt, Ulli Jentsch, Kurt Ohrowski

Anmerkungen:

[1] H.-D. Sander: Die Aufgabe einer nationalen Jugend in Deutschland Staatsbriefe, Nr 1/1995, S.22

[2] H.-D. Sander in Staatsbriefe, Nr 2/1992, S.1

Quelle: Mecklenburg, Jens (Hg.): Handbuch Deutscher Rechtsextremismus, Berlin 1996, S.428f

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