apabiz logo
antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrum berlin e.v.
home | eMail | English
 
Archiv Bildung Publikationen Verein Netz
Bibliothek Materialien Sondersammlungen apabiz en detail

Profil: Vorderste Front (VF)

 

Vorderste Front (VF)

Stand des Artikels: 1996

Untertitel: Zeitschrift für politische Theorie & Strategie

Gründung:
Oktober 1990

Sitz: 90221 Nürnberg

Erscheinungsweise: unregelmäßig (bisher sieben Ausgaben)

Auflage: ca. 1.000

Herausgeber: Nationaldemokratischer Hochschulbund (NHB), Verantwortlich: Martin Laus

Vertrieb: Eigenvertrieb

Autoren: Die einzelnen Artikel sind nicht namentlich gekennzeichnet. Doch kann davon ausgegangen werden, daß sie zum größten Teil von dem noch ca. 50 Personen umfassenden NHB und seinem Vorstand (Martin Laus, Josef Graf, Andreas Storr, Heiko Kaiser und Stefan Lux) verfaßt werden. Ergänzt werden sie durch überarbeitete Vorträge der NHB-Seminarreihe »Nationalismus heute« (Referent war u.a. Bruno Haas, Österreich) und durch Interviews u.a. mit Pino Rauti (aktuell aktiv in der Fiamma Tricolore, Italien).

Charakteristik: Die Zeitschrift tritt 1990 die Nachfolge des eingestellten NHB-Reports an und erscheint seither in unregelmäßigen Abständen mit ca. 36 Seiten im DIN-A4 Format für 6 DM. Inhaltlich liefert sie vor allem ideologisches Rüstzeug und Grundsatzartikel zu Fragen neofaschistischer Organisierung. Weg von einer starren, parteiförmig gegliederten Organisation propagiert sie den Einsatz hochmobiler Kader: »Die Antwort kann nur heißen, daß der Kader sich innerhalb von ihm gesteuerten Massenbewegungen, Freundeskreisen usw. bewegt. (...) Die Kader bzw. die neu anzustrebende Elite wird sich im Kampf selbst herausbilden.«[1] Dies gälte es mit Hilfe der Vordersten Front ideologisch in theoretischen Grundlagen des Faschismus jenseits des Nationalsozialismus zu schulen: »Zu unseren Vorbildern gehören nicht nur deutsche Menschen, sondern auch Männer wie (Corneliu, d. Vf.) Codreanu und (Julius, d. Vf.) Evola oder Frauen wie Evita Peron.«[2] Als weitere Vorbilder gelten u.a. Jose Antonio Primo de Rivera, Kurt Eggers, Leon Degrelle sowie Benito Mussolinis »Republik von Saò« (September 1943 bis 1945), in der »der Faschismus eine neue Qualität« erhalten haben soll.

Bedeutung: Mit der zunehmenden Orientierung der Mitgliederbasis der verbotenen neofaschistischen Organisationen an den Jungen Nationaldemokraten gewinnt auch die Zeitschrift des NHB an Bedeutung. Ihre Orientierung an Vorbildern jenseits des Nationalsozialismus soll weiteren Organisationsverboten verbauen. (B)

Autoren: Michael Bauerschmidt, Susanne Brandt, Ulli Jentsch, Kurt Ohrowski

Anmerkungen:

[1] Ohne Autor: Kader oder Massenpartei. Vorderste Front, Nr. 1 (Okt/90), S. 18.

[2] Ohne Autor: Einleitung. Vorderste Front, Nr. 2 (Jun/91), S. 3.

Quelle: Mecklenburg, Jens (Hg.): Handbuch Deutscher Rechtsextremismus, Berlin 1996, S.435f

Weitere Materialien:

 

 

© für alle: 2005 antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrum berlin e.v.

Seitenanfang

 

Zurück

 

© 2002 antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrum berlin e.v.

http://www.apabiz.de | mail@apabiz.de
Impressum