Zur Rolle von Frauen im Netzwerk des NSU

Bis jetzt wurden die Konzepte des Rechtsterrorismus immer als männerbündische Kampfeinheit verstanden und wohl auch als solche geschrieben: Der entschlossene hypermaskuline Nationalsozialist befindet sich im »Rassenkrieg« und übt – alleine oder in einer Terrorzelle organisiert – den »bewaffneten Widerstand«, um eine nationalsozialistische Ordnung (wieder) herzustellen – und um seine (potenzielle) Frau und Kinder zu beschützen. Seit der Selbstenttarnung des NSU ist mit Beate Zschäpe eine Täterin in den Fokus gerückt, an der sich Klischees über die Rolle von Frauen in der Naziszene gleichzeitig brechen und reproduzieren. Wir wissen, dass sie früher brutal zugetreten und zugeschlagen hat. Sie selbst hat sich jedoch im Münchner Strafprozess wenig überzeugend als unbeteiligt, unwissend und vollkommen abhängig von den beiden Männern inszeniert. Um den NSU als Netzwerk zu verstehen, müssen aber nicht nur Zschäpes nachgewiesene Beteiligung sondern auch weitere involvierte Frauen und ihre Rollen und Handlungen ernst genommen und untersucht werden. Gender ist dabei eine wichtige Analysekategorie.

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