Jenseits von Oder und Neiße

Die "Vertriebenen"-Verbände

Jahrzehntelang spielten sie eine wichtige Rolle für die deutsche Ostpolitik: die „Vertriebenen“-Verbände, die all diejenigen Deutschen in Massenverbänden organisierten, die um das Ende des Zweiten Weltkriegs herum aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten flohen oder von dort umgesiedelt wurden. Mit ihrer Hilfe hielt die Bundesrepublik ihre Ansprüche auf die ehemaligen Ostgebiete aufrecht. Man sollte denken: Diese Zeiten sind vorbei. Die überwiegende Mehrzahl der Umgesiedelten ist mittlerweile verstorben, die „Vertriebenen“-Verbände schrumpfen dramatisch. Keine Bundesregierung würde heute noch Teile etwa Polens oder der Tschechischen Republik für Deutschland reklamieren. Dennoch spielen die „Vertriebenen“-Verbände weiterhin eine nicht unwichtige Rolle für die deutsche Politik gegenüber den Ländern Ost- und Südosteuropas. Sie helfen – ganz wie etwa die staatliche „Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ in Berlin -, die Erinnerung an die deutsche Vergangenheit weiter Teile Ost- und Südosteuropas aufrechtzuerhalten. Sie helfen damit, auf kulturpolitischer Ebene deutschen Einfluss zu sichern. Zudem tragen sie dazu bei, „Deutschtums“-Organisationen in Ost- und Südosteuropa zu stärken – Organisationen, deren Geflecht etwa der im Jahr 2014 ins Amt gekommene Staatspräsident Rumäniens, Klaus Johannis, entstammt. Der Vortrag beleuchtet, wie die „Vertriebenen“-Verbände im Zusammenspiel mit Berliner Regierungsstellen, halbstaatlichen und privaten Organisationen völkische Außenpolitik treiben.

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